Metall

Metall reflektiert die Umgebung, nicht nur das direkte Licht. Das ist der Schlüssel: ein Metallstück in einem leeren Studio sieht anders aus als dasselbe Stück in einem bunten Raum. Procreate-Trick: für überzeugendes Metall musst du fiktive Umgebung andeuten — auch wenn der Hintergrund weiß ist.

poliertes Chrom
Warum eigentlich?Warum gibt es auf Metall kaum Lokalfarbe?
Auf einer matten Oberfläche siehst du hauptsächlich die diffuse Reflection — also die Farbe des Pigments. Auf Metall reflektiert die Oberfläche fast ausschließlich specular: was du siehst, sind Reflexionen der Umgebung, getönt durch die Metallfarbe (Gold gelblich, Kupfer rötlich, Stahl bläulich). Daher: ein chromglänzendes Stück in einer farbigen Umgebung sieht völlig anders aus als dasselbe Stück in einem Studio mit weißen Wänden.
Häufiger DenkfehlerIch male einfach hellgrau und schreibe Metall drüber
Klassisches Problem: Metall ohne Umgebungsandeutung wirkt wie Plastik. Selbst eine vereinfachte horizontale Helligkeits-Band- Struktur (heller oben = Himmel, dunkler unten = Boden) macht es sofort lesbar als Metall. Dann erst Highlight oben drauf.
Tiefer reinFresnel-Effekt
An den Kanten einer Form (wo die Oberflächen-Normale steil zum Betrachter steht) wird Reflexion stärker, selbst bei unpolierten Materialien. Das ist der Fresnel-Effekt. Praktisch: die Außenkante einer Metallkugel ist heller als ihre Mitte — umgekehrt zur Lichtkugel-Logik bei matten Oberflächen. Bewusst einsetzen für Kontur-Lesbarkeit.
GeschichteDisney's BRDF-Demystifizierung
Was du heute „PBR" nennst (Physically Based Rendering, in 3D-Engines und Cinema 4D / Blender), basiert auf einem Paper von Disney/Pixar 2012, das genau diese Material-Parameter (Roughness, Metalness, Specular) standardisiert hat. Wenn du in Procreate „Roughness“ verstehst, hilft dir das in Blender oder Unreal Engine 1:1.