CMD, PowerShell, Terminal & WSL
„Terminal", „Konsole", „Eingabeaufforderung", „PowerShell" — auf Windows schwirren vier, fünf Namen herum, und Einsteiger verwechseln sie ständig. Diese Lektion räumt auf: was ist was, und wann nimmst du welches?
Die wichtigste Unterscheidung: Eine Shell ist das Programm, das Befehle versteht (CMD, PowerShell, Bash). Ein Terminal ist das Fenster, das eine Shell anzeigt. Das Terminal ist die Bühne, die Shell der Schauspieler.
Die vier, die du kennen solltest
⬛ Eingabeaufforderung (CMD)
Die alte Shell aus DOS-Zeiten. Einfach, überall vorhanden, aber begrenzt. Arbeitet mit reinem Text. Skripte sind .bat-Dateien. Heute v.a. für schnelle Kommandos und alte Anleitungen.
💠 PowerShell
Die moderne Shell. Arbeitet mit Objekten statt Text, hat tausende Befehle (Cmdlets) und ist eine echte Skriptsprache. Skripte sind .ps1. Dein Haupt-Werkzeug — der Rest des Kurses dreht sich darum.
🖥️ Windows Terminal
Das moderne Fenster (Bühne), das CMD, PowerShell und WSL in Tabs hostet. Schick, anpassbar, mit Splits. Keine eigene Shell — es zeigt nur die anderen an.
🐧 WSL
„Windows Subsystem for Linux" — echtes Linux (Ubuntu & Co.) mitten in Windows, gestartet per wsl. Für Entwicklung, Docker und alles, was Bash-Befehle erwartet.
So öffnest du sie
Am schnellsten über WinR (Kürzel tippen, Enter) oder das Power-User-Menü WinX:
Ausführen › cmd
→ Eingabeaufforderung
Ausführen › powershell
→ Windows PowerShell
Ausführen › wt
→ Windows Terminal (falls installiert)
Ausführen › wsl
→ Linux-Shell (falls installiert)
Tipp: Im Datei-Explorer in der Adressleiste powershell tippen und Enter — die Shell öffnet direkt im aktuellen Ordner.
Warum eigentlich? — Warum gibt es überhaupt so viele?
Geschichte. CMD stammt aus den 80ern (MS-DOS) und blieb aus Kompatibilität erhalten. PowerShell kam 2006, um die Grenzen von CMD zu sprengen — objektbasiert, skriptfähig, für Administration gemacht. Windows Terminal (2019) löste das hässliche, unflexible Konsolenfenster ab und bündelt alles in Tabs. WSL kam, weil Entwickler Linux-Werkzeuge wollten, ohne den Rechner zu wechseln. Jede Schicht ist eine Antwort auf die Grenzen der vorigen.
Häufiger Denkfehler — PowerShell für „das schwarze Fenster“ halten
CMD und PowerShell sehen sich ähnlich (dunkles Fenster, blinkender Cursor), sind aber grundverschieden. Erkennungszeichen: Der PowerShell-Prompt beginnt mit PS (PS C:\Users\du>), CMD nur mit dem Pfad (C:\Users\du>). Viele alte Anleitungen zeigen CMD-Befehle — die meisten laufen in PowerShell auch, aber nicht alle umgekehrt. Im Zweifel: PowerShell nehmen.
Tiefer rein — Windows PowerShell 5.1 vs. PowerShell 7
Es gibt zwei PowerShells: Windows PowerShell 5.1 (powershell.exe, blau, in Windows eingebaut, wird nicht mehr weiterentwickelt) und PowerShell 7+ (pwsh.exe, schwarz, plattformübergreifend, muss man installieren, aktiv gepflegt). Für den Alltag reicht die eingebaute 5.1 völlig; für ernsthaftes Skripten lohnt 7. Beide verstehen dieselben Grundlagen aus diesem Kurs.